Erinnerungen an Herrn Adolf Rümmelein


Adolf Rümmelein

Traurige Nachricht.
Am Sonntag, den 17.03.2019 verstarb im 86. Lebensjahr der außergewöhnliche Mensch Adi Rümmelein.
Oft saß er bei mir im Wirtshaus und freute sich auf gute Gespräche.
Falls nicht, hatte er eine Zeitung dabei.
In der Regel musste Adi aber nicht lange warten.
Aufmerksam nahm er an den Tischgesprächen teil. Seine Meinung war gefragt und oft konnte er
unaufdringlich seine enorme Lebenserfahrung mit einfließen lassen.
Dabei wurde es nie langweilig, denn er wollte auch zuhören.
Ein Abend ohne Gespräche war kein Problem für Herrn Rümmelein.
Die mitgebrachte Zeitung ließ keine Langeweile aufkommen.
Kam jemand an seinen Tisch, um ihn zu begrüßen, stand er sofort auf und führte das Gespräch
im Stehen weiter, solange bis sein Gegenüber selbst am Tisch Platz nahm, um sich die Gegenwart
mit Herrn Rümmelein nicht entgehen zu lassen.
Sein Benehmen war vorbildlich, da konnte man viel von ihm lernen.
Herr Rümmelein hatte eine Ausstrahlung und trotz seines hohen Alters wirkte er jugendlich,
ein jung Gebliebener, den das Alter seines Gegenüber nicht störte.
Viel wichtiger war ihm eine gute Unterhaltung.
Man merkte ihm die Freude an der Geselligkeit an.
Seine Augen strahlten und man wurde einfach mitgerissen von der Lebensfreude, die von Adi ausging.
Diese Energie begleitete ihn zeitlebens, erst im letzten Jahr musste er etwas zurückstecken.
Obwohl es unvorstellbar war, forderte das Alter sogar bei Herrn Rümmelein seinen Tribut.
So traurig wie es ist, wenn ein Mensch, den man gerne sieht, stirbt, so wichtig ist es aber auch, dass
man sich mit der Vergänglichkeit auseinandersetzt.
Dies hat sich vor allem für mich bei dem hochgeschätzten Herrn Rümmelein gezeigt.
Volle Power und Kraft und dann innerhalb kürzester Zeit der Abgang.
So hart es klingt, viele wären froh, wenn es dann so schnell ginge.
Lieber Adi, du warst mir einer meiner liebsten Gäste.
Mit deiner Freundlichkeit, Herzlichkeit und Wissensbegierde warst du eine Bereicherung für unser Lokal.
Wir werden dich sehr vermissen.
Mach es gut
dein Otto Schober

Deggendorf, im März 2019